Beim Test von Siemens-Kaffeevollautomaten spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Welche das sind und worauf es ankommt, erfahren Sie hier:
Ausstattung
Standardmäßig überprüft COMPUTER BILD beim Test von Siemens-Kaffeevollautomaten zunächst, wie gut die Ausstattung ist. Dabei haben sämtliche aktuellen Geräte einen Getränkeauslauf, dessen Höhe sich für kleine und große Tassen verstellen lässt und zwei Becher auf einmal füllt. Auch ein Wasserfilter lässt sich überall installieren. Die teureren Modellreihen EQ 900 (Plus) und EQ 700 verzichten auf ein Fach für gemahlenen Kaffee, dafür lassen sich Nutzerprofile erstellen. Kaffeemenge, Brühtemperatur und Mahlgrad lassen sich bei allen Geräten anpassen, der EQ 500 Classic stolpert bei der Justierung der Milchmenge.
Bedienung
Dank “Coffee Select”-Touchdisplay gestaltet sich die Bedienung des Siemens EQ 900 Plus und seines Vorgängers sowie des EQ 700 überaus komfortabel. Beim EQ 500 gibt es hingegen nur Sensortasten. Die sind zudem etwas ungewöhnlich platziert und lassen Beschriftungen vermissen, was die Nutzung unnötig verkompliziert.
Ab der EQ-700-Serie lassen sich die Siemens-Kaffeevollautomaten auch mit der erstklassigen Smartphone-App “Home Connect” bedienen. Sie gewährt Zugriff auf zusätzliche Funktionen – und Kaffeeprogramme: Über den “CoffeeWorld”-Bereich bekommen Sie über 25 unterschiedliche Kaffeegetränke auf Knopfdruck in Tassen & Co., darunter auch trendige Spezialitäten wie Flat White und Galão oder die Koffein-Attacken Red Eye, Black Eye und Dead Eye.
Geschmack und Milchsystem
Das wahrscheinlich wichtigste Kriterium für den Kauf eines Kaffeevollautomaten ist der Geschmack der Kaffeespezialitäten. Für den Test beurteilen die Kaffee-Fans aus der COMPUTER BILD-Redaktion den Geschmack des Espressos und die Qualität der Crema. Hierbei kommt es auf Faktoren wie Intensität, Körper, Säure, Bitterkeit und Geschmacksnoten beziehungsweise die Dichte, Stabilität, Farbe und das Aroma an. Der Siemens EQ 900 und sein Nachfolger EQ 900 Plus erweisen sich in dem Punkt als Meister aller Klassen und überragen nicht nur das unternehmensinterne Testfeld. Die Espressi aus dem EQ 700 Classic sind aber auch nicht übel.
Je nach Modellreihe bieten Siemens-Kaffeevollautomaten unterschiedliche Möglichkeiten, Kaffeespezialitäten mit Milch zuzubereiten. Die Einstiegsmodelle verfügen über eine einfache Milchaufschäumdüse, die Geräte der Mittel- und Oberklasse kommen entweder mit einem Schlauch und einer Kunststofflanze oder haben einen Milchbehälter, der seitlich in die Maschine gesteckt wird. Bei den Premium-Vollautomaten EQ 900 und EQ 900 Plus ist der in jeder Ausführung vorhanden.
Reinigung und Technik
In puncto Pflege erlauben sich Siemens-Kaffeevollautomaten keine groben Schnitzer. Die Wasserhärte lässt sich überall einstellen, automatische Programme für die Reinigung und Entkalkung sind vorhanden. Bei allen Geräten müssen Sie die Brühgruppe per Hand reinigen, der EQ 500 ermöglicht die praktische Entnahme von der Vorderseite des Automaten.
Zu guter Letzt muss auch die Technik stimmen. Hier zeigen die Siemens-Kaffeevollautomaten weitgehend solide Leistungen: Je nach Modellreihe machen die Geräte wenig bis moderaten Lärm bei der Zubereitung. Allzu stromhungrig sind die Maschinen nicht. Wirklich schlank und kompakt ist allerdings kein Siemens-Modell.
Die aktuelle Generation der Siemens-Kaffeevollautomaten setzt sich aus vier Modellserien zusammen: der Einstiegsklasse EQ 300, der Mittelklasse EQ 500, der Oberklasse EQ 700 und der Premiumklasse EQ 900 (Plus). Die Vollautomaten der EQ-500- und EQ-700-Reihen unterteilen sich noch mal in die Classic- und Integral-Modelle. Erstgenannte bringen nur einen Gummischlauch und eine Kunststofflanze für die Milchschaumzubereitung mit. Integral-Maschinen verfügen über einen Kunststoffbecher, der seitlich eingesteckt wird. Übrigens hat Siemens seine Namensgebung bei den aktuellen Kaffeevollautomaten deutlich vereinfacht. Die Vorgängergeneration, die aus den Modellreihen EQ 3, EQ 6, EQ 8 und EQ 9 besteht, hat mit jeder Menge Anhängsel wie “Plus”, “s100” bis “s700” und “Connect” noch für allerlei Fragezeichen bei Konsumenten und Testenden gesorgt.
So ganz lassen kann Siemens es aber nicht. Wenn Sie beim Modellnamen etwa den Zusatz “extraKlasse” lesen, bedeutet das zum Beispiel nur, dass es sich um ein Fachhandelsmodell handelt. Auch die Seriennummern der aktuellen Maschinen treiben viele zur Verzweiflung. Sie beginnen stets mit dem Buchstaben “T” – so weit, so gut. Dahinter steht entweder ein “I” (= Auslaufmodelle mit Milchaufschäumdüse) oder “F” (= neue Modelle mit Milchaufschäumdüse) beziehungsweise ein “P” (= Schlauch und Kunststofflanze) oder ein “Q” (= integrierter Milchbehälter). Darauf folgt entweder die Zahl 3 (EQ 300), 5 (EQ 500), 7 (EQ 700) oder 9 (EQ 900 und EQ 900 Plus). Die weiteren Zahlen und Buchstaben liefern Informationen zu Farbausführung, Sonderfunktionen und Zubehör. Bei manchen Modellreihen lässt sich diese Zahlen- und Buchstabensuppe gerade noch entschlüsseln. Doch gerade die EQ-300- und EQ-500-Serien sind stark von der undurchsichtigen Namensgebung geplagt.
Dank der neuartigen Pflegeautomatik und der Funktion für Cold Brew und Slow Brew Coffee führt das Top-Modell EQ 900 Plus das Feld der Siemens-Kaffeevollautomaten an – knapp vor dem Vorgänger EQ 900. Funktionsvielfalt, Bedienkonzept und die Qualität der Getränke beider Modelle suchen ihresgleichen. Nah dran ist aber auch der EQ 700, der sowohl in der Integral-Version mit Milchbehälter als auch in der Classic-Variante auftrumpft. Der EQ 500 Classic hinkt wegen der altbackenen Steuerung und Anzeige hinterher, könnte aber für Einsteiger interessant sein. Wer auf Milchbecher und Schläuche verzichten will und einen Vollautomaten mit praktischer Milchaufschäumdüse sucht, wird mit dem Preistipp EQ 300 glücklich.
FAQ
Welcher Siemens-Kaffeevollautomat macht den leckersten Kaffee?
Der Siemens EQ 900 holt mit seinem elektrischen Mahlwerk das Meiste aus den Kaffeebohnen heraus. Der Espresso ist vollmundig, kräftig und ausgewogen, betont die süßlichen Schokoladennoten und hat weder Säure noch Bitterkeit. Auch die Crema-Qualität sucht ihresgleichen im Kaffeevollautomaten-Kosmos. Etwas dahinter rangieren aber schon die EQ-700-Maschinen, mit denen es ebenfalls schmeckt.
Kann ich mit einem Siemens-Kaffeevollautomaten auch Kaffeepulver nutzen?
Die EQ-300 und EQ-500-Modelle von Siemens verfügen noch über ein Fach für gemahlenen Kaffee. Die Kaffeevollautomaten der EQ-700 und EQ-900-Serie verzichten darauf. Dafür verfügen die beiden Top-Modelle EQ 900 TQ907D03 und EQ 900 TQ907DF5 jeweils über zwei Bohnenfächer und elektrische Mahlwerke.
Welche Kaffeebohnen nehme ich für einen Siemens-Kaffeevollautomaten?
Bohnen für 5 bis 15 Euro das Kilo aus dem Supermarkt kommen mit geschmacklichen Limitationen daher. Da holt auch ein Vollautomat für 1.000 Euro aufwärts keine Geschmacksexplosionen heraus. Ab etwa 20 Euro das Kilogramm können Sie höhere Qualität erwarten. Achten Sie darauf, dass Sie Bohnen kaufen, die für den Kaffeevollautomaten geeignet sind. Mit süßlichen Noten wie (dunkle) Schokolade und Karamell kommen die Maschinen meist am besten zurecht. Ein genereller Tipp: Besuchen Sie eine Kaffeerösterei und lassen Sie sich beraten, um die richtigen Bohnen für Ihren Kaffeevollautomaten und Ihren Geschmack zu bekommen.
Was steckt hinter der BeanIdent-Funktion?
Das BeanIdent-System soll mit nur wenigen Angaben (Bohnensorte und -farbe) die Brühparameter des Kaffeevollautomaten perfekt auf die verwendeten Kaffeebohnen einstellen können. DeLonghi (Bean Ident) und Saeco (Bean Maestro) haben eine ähnliche Technik. In der Praxis haben diese Funktionen aber keinerlei Einfluss auf das Kaffeeerlebnis, ignorieren Sie sie einfach.
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